Trittgrün und Kleerasen - ökologische Alternativen zum klassischen Rasen

16. Februar 2026
Geschrieben von: Mencke Gartencenter

Akkurat gestutzte Grünflächen wirken zwar sehr ansprechend, doch viele unterschätzen, wie viel Arbeit in einen englischen Rasen fließen muss.

Nach kurzer Zeit verwildert der anfangs perfekte Rollrasen: Klee und andere „Unkräuter“ säen sich wild aus. Aber ist das wirklich ein Problem? Wir erklären in diesem Beitrag, warum ein wild gewachsener Rasen gar nicht so schlecht ist.

Trittgrün und Kleerasen – ökologische Alternativen zum klassischen Rasen

Akkurat gestutzte Grünflächen wirken zwar sehr ansprechend, doch viele unterschätzen, wie viel Arbeit in einen englischen Rasen fließen muss. Nach kurzer Zeit verwildert der anfangs perfekte Rollrasen: Klee und andere „Unkräuter“ säen sich wild aus. Aber ist das wirklich ein Problem? Wir erklären in diesem Beitrag, warum ein wild gewachsener Rasen gar nicht so schlecht ist.

Rasen – pflegeintensiver als gedacht?

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Viele Hobbygärtner gehen an Rasenflächen im Garten mit dem Gedanken heran, dass die große grüne Fläche – abgesehen von einem gelegentlichen Mähen bei Sonnenschein – keinerlei Pflege erfordert. Tatsächlich muss ein Rasen aber gerade in der Wachstumszeit sehr häufig gemäht werden, damit er dicht wachsen kann.

Wird der Rasen nur selten, dann aber sehr kurz gemäht, gerät er unter „Stress“ und kleinere Graspflanzen sterben ab. So wird er nach und nach löchrig und bietet Raum für Wildwuchs.

Das böse Erwachen kommt für die meisten spätestens im Sommer, wenn gelbe, vertrocknete Flächen entstehen. Hier zeigt sich der Aufwand, der hinter einem gepflegten Rasen steht: Die dünnen Halme verbrennen in der Sommerhitze leicht und hinterlassen trockene gelbe Stellen. Der Rasen erholt sich nach der Hitze zwar wieder, doch dieser Stress macht ihn nicht gerade üppig und dicht.

Um dies zu verhindern, muss der vermeintlich pflegeleichte Rasen häufig gewässert werden – das kostet nicht nur Ressourcen, sondern auch viel Zeit.

Klee im Rasen, was nun?

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Klee im Rasen wird oft unnötig verteufelt: Es gibt inzwischen spezielle Kleerasen-Mischungen, die ihn gezielt als Saatgut einsetzen. Denn Klee ist ein hervorragender Stickstofflieferant für den umliegenden Rasen und lockert zudem den Boden. Das erleichtert dem Gras das Wachstum und macht es Unkräutern schwerer. Außerdem schließt Klee Lücken im Rasen besonders schnell und trägt so zu einem ebenmäßigen, grünen Gesamtbild bei.

Ein positiver Nebeneffekt: Auch für Bienen und Insekten ist Klee eine wichtige Nahrungsquelle, denn seine Blüten sehen nicht nur hübsch aus, sondern sind auch besonders nektarreich. Eine Mischung aus Klee und Gras – ein sogenannter Kleerasen – ist daher eine fantastische ökologische Alternative zum klassischen Rasen.

Tipp: Da Kleeblüten Bienen und Hummeln anziehen, erhöht sich im Sommer natürlich die Gefahr, beim Betreten des Kleerasens auf eine Biene zu treten. Deshalb sollte man nach Möglichkeit Schuhe tragen.

“Tritt-Grün” als Alternative zum Rasen – was ist geeignet?

Wenn ein Rasen nicht ausschließlich aus Gras, sondern zu einem größeren Anteil aus Klee, Gänseblümchen und anderen niedrigen Wildkräutern besteht, spricht man von Trittgrün. Der ökologische Wert der Rasenfläche wird durch diesen Wildwuchs um ein Vielfaches gesteigert. Mit einem solchen wilden Rasen leistet Ihr einen wirklich wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt!

Liste “Tritt-Grün-Pflanzen” als Alternative zu klassischem Rasen

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  • Gänseblümchen
  • Wiesenschaumkraut
  • Löwenzahn
  • Kriechender Günsel
  • Kriechender Hahnenfuß
  • Gewöhnlicher Hornklee
  • Wiesen-Pippau
  • Habichtskraut
  • Fingerkraut
  • Schafgarbe
  • Gundermann
  • Vogelmiere
  • Wiesen-Labkraut
  • Klee

Gänseblümchen gibt es z. B. auch als Saatgut bei uns im Gartencenter zu kaufen. Meist säen sich diese Pflanzen aber ganz von selbst im Rasen aus – vorausgesetzt, Ihr mäht seltener und nicht zu tief.

Unser Tipp: Lasst den Rasenmäher im Frühjahr länger im Gartenhaus stehen und mäht erst ab Ende Mai. Viele Naturschutzvereine laden unter dem Slogan „Mähfreier Mai“ zum Blütenzählen ein. Einfach mal googeln und mitmachen!

Moos im Rasen, was nun?

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Gerade in schattigen Bereichen konkurriert der Rasen oft mit Hecken und Bäumen – und wächst weniger üppig. Wir empfehlen die Aussaat eines Schattenrasens (passende Mischungen gibt es bei uns im Gartencenter), der optimal an die Standortbedingungen angepasst ist.

Trotzdem ist es oft eine gute Option, Moos einfach zuzulassen. Vertikutieren und Nachsäen bekämpfen nur die Symptome, aber nicht die Ursache. Das Ergebnis sind kahle Stellen nach dem Vertikutieren – und spätestens ein Jahr später ist das Moos wieder da. Wer hier eine entspannte Haltung einnimmt, spart sich viel Arbeit. Denn genau betrachtet ist Moos gar nicht so schlecht: Es ist weich, muss nicht gemäht werden und ist grün. Pflegeleichter geht es wirklich nicht.

Eine weitere Alternative ist es, solche Gartenbereiche zu mulchen und so eine Art Waldgarten-Atmosphäre zu schaffen. Im Herbst kann man in den gemulchten Bereichen verwildernde Blumenzwiebeln pflanzen und sich so eine blühende Oase schaffen. Im Sommer bieten Waldgartenbereiche einen schattigen Platz zum Verweilen, überdacht vom Grün der Bäume.

Ökologische Alternativen zu Rasen – Ein Überblick

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Ein englischer Rasen ist nicht nur arbeitsintensiv, sondern aus ökologischer Sicht nahezu wertlos. Er erfordert viel Pflege, viel Wasser und bietet Bienen und Insekten keinerlei Nahrung. Eine gute Alternative ist Kleerasen: Klee stärkt den Rasen, unterdrückt andere Beikräuter und dient zugleich als wunderbare Nahrungsquelle für Insekten. Etwas wilder ist Trittgrün aus verschiedenen Wildkräutern. Sie zaubern bunte Tupfer ins Grün des Rasens und sind echte Leckerbissen für Bienen.

Ihr seid unsicher, wie Ihr Euren Garten mit Alternativen zum Rasen gestalten könnt? Kommt gern einmal bei uns im Gartencenter Mencke vorbei – wir beraten Euch vor Ort.

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