Der Wildgarten – Oase der Entspannung für Mensch und Natur

Ein Wildgarten, oder auch Naturgarten genannt, sieht oft ganz anders aus als das typische Bild eines Vorstadtgartens. Wie der Name schon vermuten lässt, zielt ein Naturgarten nicht darauf ab möglichst exotische Pflanzen zu kultivieren, sondern auf die natürlichen Bedingungen des Grundstücks einzugehen und heimischen Pflanzen Lebensraum zu geben. In welcher Form das geschieht, kann ganz unterschiedlich aussehen, wichtig ist dabei nur der ökologische Aspekt. Hier lesen Sie, welche Variationen sich mit dem Naturgarten vereinbaren lassen, ob ein Naturgarten für Anfänger geeignet ist und wie Sie am besten einen Naturgarten planen. 

Die Philosophie hinter dem Naturgarten

Insektenhotel

Einen Naturgarten anzulegen heißt für viele Gartenliebhaber: Umdenken. Hier findet der Grundsatz “weniger ist mehr” Anwendung, da eine lockere Haltung völlig ausreichend ist. 

Dem Impuls zum Unkraut zu jäten sollte eher nicht rigoros nachgegangen werden, da viele als Unkraut abgestempelte Pflanzen eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen. Wer also bisher viel Wert auf exotische Pflanzen und ausgefallene Blüten im eigenen Garten gelegt hat, dafür aber Unkraut weitestgehend vermeiden wollte, wird durch einen Naturgarten viele neue Denkanstöße bekommen.

Nicht alle Pflanzen, die auf den ersten Blick kein optisches Highlight sind, sollten sofort entfernt werden. Denn auch unscheinbare Pflanzen haben ihre Daseinsberechtigung, indem sie eine lebenswichtige Nahrungsquelle für die Tierwelt darstellen. Es ist erstaunlich, wie schnell sich Tiere und Insekten aus Feld, Wald und Wiese anlocken lassen, sobald sich eine Nahrungsquelle für sie auftut. Besonders für Menschen, die viel Zeit zuhause verbringen oder auch kleine Kinder, ist das ein herrliches Schauspiel.

Viele heimische Pflanzenarten, so z.B. die Kornblume, sind mittlerweile sogar vom Aussterben bedroht, da sie chemischen Unkrautbekämpfungsmitteln zum Opfer fallen. Daher stellt die Kultivierung eines Natur- oder auch Wildgartens nicht nur ein schönes Hobby dar, sondern auch eine wichtige Funktion für den Umwelt- und Naturschutz. 

Naturgarten ist nicht gleich Naturgarten. Auch ein ökologischer Garten bietet viel Raum sich zu verwirklichen, kreativ zu werden und dabei die Bedürfnisse der Natur nicht aus dem Blick zu verlieren. Wir stellen Ihnen vier Variationen vor, Ihren Garten naturnah zu gestalten.

Der Permakulturgarten – Nachhaltigkeit im Fokus

Ein Permakulturgarten stellt die nachhaltige Landwirtschaft in den Mittelpunkt, wobei ein respektvoller Umgang mit der Natur vorherrscht. Das Ziel ist dabei, einen natürlichen Kreislauf zu schaffen. Die Bedürfnisse und Gegebenheiten von Boden, Pflanzen, Mensch und Tier werden in Einklang gebracht. Das bedeutet, dass am besten regionale Pflanzenarten ausgewählt werden, die sowohl an das Klima als auch an die Bodenbedingungen angepasst sind. Außerdem gilt es, statt Monokulturen Mischkulturen anzubauen, die gute Pflanzengemeinschaften bilden. 


Permakulturgärten sind eine ideale Möglichkeit regionale und selbst erwirtschaftete Nahrungsmittel anzubauen. Für weiterführende Tipps zur Planung, welche Pflanzen sich am besten eignen und worauf bei der Bewirtschaftung zu achten ist, empfehlen wir Ihnen unseren Beitrag zum Permakultur-Garten.

Der Waldgarten – Ein schattiges Plätzchen

Ein Waldgarten ist strenggenommen ebenfalls eine Form der Permakultur. Hier verrät jedoch schon der Name, dass speziell der Wald als Lebensraum imitiert wird. 

Um dem Aufbau eines Waldes möglichst nahe zu kommen, gilt es ein paar Dinge zu beachten. Denn ein Waldgarten hat die Besonderheit sich auch in die Höhe zu erstrecken. Sträuche, Bäume und Kletterpflanzen machen einen Waldgarten erst zu dem was er ist. Bei der richtigen Auswahl der Pflanzen leben sowohl Kräuter, Sträucher und Bäume symbiotisch miteinander. Dabei kommen auch Mensch und Tier auf ihre Kosten, da wunderschöne Blüten das Auge erfreuen und leckere Beeren, Früchte und Gemüsesorten für Nahrung sorgen. Voraussetzung dafür ist eine sorgfältige Auswahl der Pflanzen: Das Blätterdach der Bäume sollte nicht zu dicht sein, damit kleinere Pflanzen noch ausreichend Licht bekommen. Kräuter, Blumen und Gemüse sollten dagegen nicht allzu lichtempfindlich sein. 

Interessieren Sie sich weiter für einen Waldgarten, geben wir Ihnen gerne weiterführende Informationen und Tipps an die Hand. In unserem Beitrag zum Food Forest finden Sie weiterführende Informationen über die Struktur und Anlage eines Waldgartens. 

Der Biogarten – Bio-Qualität aus eigenem Anbau

Auch ein Biogarten beansprucht für sich, im Einklang mit der Natur zu sein, indem mit ihr zusammengearbeitet wird, anstatt zu versuchen ihre Rahmenbedingungen zu modifizieren. 

Im Fokus steht hier der respektvolle Anbau von biologischen Nutzpflanzen, die besonders der Selbstversorgung dienen. Besonders wichtig ist dabei natürlich der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und anorganische Düngung. Wie Pflanzen biologisch gedüngt und geschützt werden können, erfahren Sie in einem gesonderten Beitrag zum Biogarten. Zusätzlich verraten wir Ihnen 7 Tipps, die Sie bei der Planung und Anlage Ihres Biogartens berücksichtigen sollten, um beste Ergebnisse zu erzielen. 

Das Schöne an einem Biogarten ist, dass gar nicht unbedingt viel Platz brauchen. Auch eine Terrasse oder ein Balkon reichen schon, um Bio-Kräuter und ein paar Gemüse- und Obstpflanzen anzubauen. Denn erntefrisch und selbst gezogen schmeckt alles gleich noch besser!

Der Bauerngarten – Idyllische Schönheit

Die Gartenkultur, die neben dem nachhaltigen respektvollen Umgang mit der Natur auch die optische Schönheit in den Vordergrund stellt, ist der Bauerngarten. 

Bei dem Begriff Bauerngarten erscheinen sofort alte Gemäuer mit prächtigen Gärten vor dem inneren Auge – zurecht, denn er findet seinen Ursprung auch in mittelalterlichen Klostergärten. Und ähnlich wie vor hunderten von Jahren ist ein Bauerngarten darauf ausgerichtet, sich über die Anpflanzung von Obst, Gemüse und weiteren Nutzpflanzen zumindest teilweise selbst zu versorgen. Dabei kommt das Auge mit Sinn für Ästhetik aber nicht zu kurz, denn auch dekorative Zierpflanzen wie Rosen und Ringelblumen finden ihren Platz in einem Bauerngarten. 

Weiterführende Tipps zur Planung, Auswahl der Pflanzen sowie einen beispielhaften Bepflanzungsplan und Dekorationsinspirationen finden Sie in unserem gesonderten Beitrag zum Bauerngarten.

Unser Fazit zum Natur- oder Wildgarten

Für welche der vier Ausprägungen – Permakulturgarten, Waldgarten, Biogarten oder Bauerngarten – man sich auch entscheidet, die Aussicht auf wunderschöne Blütenprachten, erntefrisches Obst und Gemüse, duftende Kräuter und stolze Bäume ist bei Allen vielversprechend. Wenn Sie die wichtigste Vorgabe eines Naturgartens, nämlich den respektvollen Umgang mit der Natur verinnerlichen, kann praktisch nichts mehr schief gehen. Lassen Sie Ihrem Garten Raum sich selbst zu entfalten und zu regulieren und daraus entsteht ein pflegeleichter Naturgarten. 

Natürlich beraten wir Sie bei tiefergehenden Fragen auch gerne in unserem Gartencenter Mencke. Ein Naturgarten Buch, dass wir Ihnen zusätzlich empfehlen ist das Exemplar “Der Naturgarten: Lebendig, schön, pflegeleicht Pflanzvorschläge für alle Standorte” von Reinhard Witt (ISBN: 9783405159481).

Garten-Dekotipps

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