Venusfliegenfalle

Fleischfressende Pflanzen: Tipps für die richtige Pflege!

Überlebenskünstler mit ganz besonders ausgefallener Taktik: fleischfressende Pflanzen. Die außergewöhnlichen Gewächse wachsen auf verschiedenen Kontinenten und haben sich an die lebensfeindlichen Bedingungen ihrer Heimatländer angepasst. Wir stellen Ihnen die beliebtesten fleischfressenden Pflanzen vor und geben Tipps zur Pflege.

Möchten Sie Venusfliegenfalle, Fettkraut und Sonnentau bei sich zu Hause kultivieren? Gute Idee! Schließlich sind sie durchaus hilfreich, wenn es um den Kampf gegen Obstfliegen und andere lästige Fluginsekten in der Wohnung geht. Und auch optisch sind fleischfressende Pflanzen ein Highlight. Hier erfahren Sie alles über Venusfliegenfalle & Co.

Was ist das Besondere an fleischfressenden Pflanzen?

Die lebensfeindlichen Umgebungen, in denen fleischfressende Pflanzen ursprünglich vorkommen, erforderten eine ganz spezielle evolutionäre Entwicklung. Deshalb haben Karnivoren – wie fleischfressende Pflanzen fachlich genannt werden – eine besonders ausgefallene Taktik entwickelt, um zu überleben: Die Sümpfe und Moore ihrer Heimatländer enthalten wenig Nährstoffe, weshalb die Pflanzen ihren Nährstoffbedarf über die Verdauung von Kleinstlebewesen abdecken. Insekten, Spinnen, aber auch Frösche und kleine Nagetiere werden in die Falle gelockt und dienen anschließend als Nahrungsquelle.

Sowohl in Afrika, Australien und dem gesamten amerikanischen Kontinent, als auch in Europa kommen fleischfressende Pflanzen vor. Dabei haben Sie alle eines gemeinsam, nämlich den hohen Feuchtigkeitsbedarf. Diesen abzudecken, kann bei der Kultivierung im Eigenheim durchaus anspruchsvoll sein.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die beliebtesten und bekanntesten fleischfressenden Pflanzen und ihre Fang-Taktiken vor. Außerdem: Das ist bei der Pflege wichtig!

Beliebte fleischfressende Pflanzen: Das ist die Top 5!

Venusfliegenfalle

Venusfliegenfalle

Sie ist die wohl bekannteste unter den fleischfressenden Pflanzen: die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula). Sie bildet Fangblätter aus, deren Ränder spitz zulaufende Borsten tragen und der Pflanze so ein spektakuläres Erscheinungsbild verleihen. Ihre Fangmethode ist ebenso speziell wie ihr animalisches Äußeres: Mit Hilfe einer Flüssigkeit an der roten Innenseite ihrer Fangblätter lockt die Venusfliegenfalle Insekten an. Diese lösen durch das Berühren der kleinen Borsten im Blattinneren einen Schließmechanismus aus und die Falle schnappt zu. Innerhalb weniger Millisekunden ist das Insekt gefangen, die langen Borsten verzahnen sich, sodass es nicht mehr entkommen kann.

Nach mehreren Tagen hat die Venusfliegenfalle ihre Beute vollständig verdaut. Nur der unverdauliche Chitinpanzer des Insekts bleibt übrig. Pro Blatt kann dieser Vorgang fünfmal wiederholt werden, bevor es abstirbt. Da im Winter keine oder nur wenige Insekten vorhanden sind, sterben die Blätter ab. Während dieser Zeit ernährt sich die Pflanze rein über die Wurzel (aus diesem Grund sind fleischfressende Pflanzen auch nur selten in den Wintermonaten zu bekommen). Die Blätter wachsen dann im Frühling wieder neu!

Die Venusfliegenfalle mag einen sonnigen Standort und viel Licht. Zwar ist ihr Bedarf an Luftfeuchtigkeit nicht so hoch wie bei anderen Karnivoren, jedoch sollte das Minimum nicht unter 40 bis 50 Prozent liegen. Dabei sollte die Temperatur dauerhaft zwischen 15 und 25 Grad liegen, weshalb die Venusfliegenfalle als Zimmerpflanze kultiviert wird. Genauso wie der Boden sollte auch das Gießwasser nährstoff- und vor allem kalkarm sein. Verwenden Sie am besten ein Pflanzensubstrat mit viel Moos- und Torfanteil, keine herkömmliche Blumenerde.

Sonnentau

Sonnentau

Charakteristisch für den Sonnentau sind seine mit klebrigen Drüsen besetzten Blätter. Es sind in etwa 200 verschiedene Arten bekannt, die sich hauptsächlich in ihrer Blattform unterscheiden. In Deutschland kommen drei Arten des Sonnentaus vor, der Drosera intermedia (siehe Bild), sowie Drosera anglica und Drosera rotundifolia.

Insekten werden dadurch angelockt, dass das klebrige Sekret an den Blatt-Tentakeln des Sonnentaus besonders süß duftet und gleichzeitig aussieht wie Wassertropfen. Einmal berührt, bleibt die Beute hängen. Die in der Nähe befindlichen Tentakeln beugen sich anschließend ebenfalls über das Insekt, sodass es nicht mehr entkommen kann. Nachdem die Beute verdaut ist, richten sich die Tentakeln wieder auf.

Sonnentau braucht ebenfalls einen sonnigen Standort mit normalem Tageslicht. Genau wie die Venusfliegenfalle, sollte die Luftfeuchtigkeit bei mindestens 40 bis 50 Prozent liegen. Jedoch lässt sich der Sonnentau durchaus als Freilandpflanze kultivieren. Gießen Sie mit kalkarmem Wasser.

Fettkraut

Fettkraut mit lila Blüte

Das Fettkraut (Pinguicula) ist in seiner Art, Insekten zu fangen, dem Sonnentau recht ähnlich. Es bildet jedoch keine Tentakeln aus, sondern scheidet über Drüsen direkt an den Blättern sein Locksekret aus. Kleine Insekten bleiben daran kleben und werden anschließend direkt am Blatt verdaut.

Derzeit sind etwa 85 Arten des Fettkrauts bekannt, von denen einige auch in Deutschland beheimatet sind. Sie bilden sukkulente Blätter aus, die in der Form einer Rosette am Boden stehen. Die Blüten des Fettkrauts ragen dagegen hoch über den Blättern in die Luft, damit mögliche Bestäuber nicht aus Versehen an den klebrigen Blättern hängen bleiben. Häufig sind die Blüten violett, blau, gelb oder weiß, in seltenen Fällen auch rot oder grün.

Das Fettkraut benötigt einen eher mäßig hellen bis halbschattigen Standort und normales Tageslicht. Der Bedarf an Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, weshalb zusätzlich zum Gießen das regelmäßige Besprühen der Pflanze mit nährstoffarmem Wasser empfehlenswert ist. Zur Vegetationszeit sollten Sie Ihr Fettkraut feucht bis nass halten, im Winter reicht Sickerwasser bzw. Sprühwasser.

Kannenpflanze

Kannenpflanze

Wie ihr Name schon verrät, bildet die Kannenpflanze (Nepenthes) bei entsprechender Pflege große Kannen aus, die zu Fallen für ihre Beute werden. Im unteren Bauch der Kannen befindet sich eine Flüssigkeit mit Verdauungsenzymen, die einen süßlichen Duft verströmt. Wenn ein Insekt dadurch angelockt wird und sich auf den Rand der Kanne setzt, rutscht es durch die glatte Oberfläche ab und fällt in das Gefäß hinein.

Die Kannen der Pflanze können mehrere Zentimeter groß werden. Da sie ursprünglich in Nebelwäldern beheimatet ist, benötigt die Kannenpflanze eine durchgehend hohe Luftfeuchtigkeit. Am besten eignet sich deshalb ein Terrarium zur Kultivierung. Auch in einem kleinen Zimmergewächshaus oder einem biOrb Air, wie Sie es im Gartencenter Mencke erhalten, können fleischfressende Pflanzen mit einem hohen Feuchtigkeitsbedarf entsprechend kultiviert werden. Der Standort sollte eher mäßig hell bis halbschattig sein, also am Fenster, aber dennoch ohne viel direkte Sonneneinstrahlung.

Übrigens gehören Kannenpflanzen zu den immergrünen Pflanzen!

Schlauchpflanze

Schlauchpflanze

Das Fang-Prinzip der Schlauchpflanze (Sarracenia) ist das gleiche wie bei der Kannenpflanze. Ein Insekt, das durch das duftende Sekret im inneren des Schlauchs angelockt wird, kann sich an den Innenwänden nicht halten und rutscht hinab. Die Schläuche der Schlauchpflanze – aufgrund ihrer Form auch Trompetenpflanze oder Trompetenblatt genannt – können bis zu einem Meter lang werden. Wenn Sie die Pflanze bei sich Zuhause kultivieren möchten, benötigt sie dementsprechend viel Platz.

Der Bedarf an Luftfeuchtigkeit der Schlauchpflanze ist zwar nicht so hoch, jedoch benötigt sie dafür viel Sonne und Licht. Entsprechend hell sollte der Standort sein.

Fleischfressende Pflanzen richtig pflegen – 5 Grundregeln zum Gießen und Düngen

Für welche Pflanze Sie sich auch immer entscheiden – in puncto Gießen und Düngen sind sie quasi alle gleich! Durch den geringen Nährstoffgehalt ihrer Heimatländer liegt der Nährstoffbedarf der fleischfressenden Pflanzen quasi bei Null. Düngergaben sind deshalb nicht notwendig, in manchen Fällen sogar schädlich. Was außerdem für alle fleischfressenden Pflanzen gilt: Mitten im Raum, ohne direktes Licht, überleben die Karnivoren nicht. Sie benötigen daher immer einen Fensterplatz.

Die folgenden fünf Grundregeln gilt es deshalb einzuhalten, wenn Sie fleischfressende Pflanzen pflegen:

  1. Gießen Sie mit nährstoffarmem Wasser, das möglichst nicht kalkhaltig ist.
  2. Gießen Sie am besten mit sauberem Regenwasser oder gefiltertem Leitungswasser.
  3. Besprühen Sie die Pflanze ab und an zusätzlich mit sauberem Wasser, sodass die Luftfeuchtigkeit entsprechend hoch bleibt.
  4. Gießen Sie dann nach, wenn das Wasser komplett aufgebraucht ist und die Pflanze bereits zwei Tage lang trocken stand.
  5. Verzichten Sie auf Dünger, da die Pflanze ihre Nährstoffe aus den Insekten bezieht, die sie verdaut.

Muss ich fleischfressende Pflanzen füttern?

Grundsätzlich nicht. Die herkömmlichen Fliegen und kleinen Insekten, die in der Wohnung herumfliegen, reichen normalerweise aus, um den Nährstoffbedarf Ihrer fleischfressenden Pflanze abzudecken.

Wenn Sie Ihrer Pflanze jedoch mal beim “Fressen” zusehen möchten, können Sie sie dennoch füttern. Der Fang-Vorgang ist durchaus spektakulär und es lohnt sich, ihn das ein oder andere Mal zu beobachten!

Unser Fazit zu fleischfressenden Pflanzen

Wenn Sie gerne bei sich in der Wohnung fleischfressende Pflanzen kultivieren möchten, ist es wichtig, ein paar grundlegende Dinge zu beachten. Da Karnivoren – wie fleischfressende Pflanzen fachlich genannt werden – aus sehr feindlichen und nährstoffarmen Umgebungen stammen, benötigen sie keine zusätzlichen Nährstoffe. Deshalb sollten Sie auf das Düngen verzichten und auch beim Gießen sauberes, nährstoff- und kalkarmes Wasser verwenden.

Unsere Top 5 der fleischfressenden Pflanzen sind Venusfliegenfalle, Sonnentau, Fettkraut, Kannenpflanze und Schlauchpflanze. Sie alle haben ausgefeilte Taktiken entwickelt, um an Nährstoffe heranzukommen – über das Verdauen von Insekten. Mithilfe von Duftsekreten werden Fliegen, Mücken und Co. in die Falle gelockt und zur Beute der Karnivoren. So versorgen sich die Pflanzen selbst mit wichtigen Nährstoffen.

Bei der Pflege ist es wichtig, dass Sie auf den entsprechenden Gehalt an Luftfeuchtigkeit achten. Manche fleischfressenden Pflanzen brauchen sehr viel, andere ein mittleres Maß an Luftfeuchtigkeit. Wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie Ihre fleischfressende Pflanze pflegen müssen, bekommen Sie in unserem Gartencenter Mencke natürlich Tipps vom Experten. Sie finden bei uns außerdem ein großes Sortiment an Grünpflanzen und fleischfressenden Pflanzen für Haus und Heim.

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