Japanische Weinbeere

Japanische Weinbeere: robust, pflegeleicht und lecker!

Suchen Sie nach einer Beerenart, die besonders robust ist und den hierzulande auftretenden Schädlingen die Stirn bieten kann? Dann ist die Japanische Weinbeere eine gute Wahl! Zwar ähnelt sie optisch der Himbeere, jedoch überrascht sie mit einem anderen Geschmack. Hier erfahren Sie mehr zu Anbau, Pflege und Ernte. Die Japanische Weinbeere ist ein gut zu kultivierender, pflegeleichter Strauch. Die Verwandtschaft zu den hierzulande weit verbreiteten HImbeeren und Brombeeren ist unübersehbar. Dennoch bringt die Japanische Weinbeere einige Vorteile mit sich, die für einen Anbau im eigenen Garten sprechen.

Steckbrief Japanische Weinbeere 

Wie der Name schon verrät, kommt die Japanische Weinbeere (Rubus phoenicolasius) ursprünglich aus dem asiatischen Raum, hauptsächlich aus Japan, Korea und dem Westen Chinas. Sie gilt hierzulande als echter Geheimtipp – obwohl sie schon seit langer Zeit bei uns gut gedeiht und bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt ist. 

Für Ihren Garten ist die Japanische Weinbeere eine echte Bereicherung. Der hübsche Strauch überzeugt mit einem dichten Wuchs und sattgrünen Blättern. Seine Früchte bilden darin tolle rote Farbtupfer und bestechen außerdem mit ihrem herrlich fruchtigen, leicht säuerlichen Geschmack. Darüber hinaus ist der Strauch auch im Winter ein auffälliger Hingucker, denn er trägt leuchtend rote Rinde. 

Die Japanische Weinbeere ist auch unter dem Namen rotborstige Himbeere bekannt. Das beschreibt das Aussehen der Blütenknospen ziemlich gut: Sie fallen durch ihre dunkelroten Borsten auf, die sich während der Reifung schützend um die Früchte legen. Diese sehen aus wie kleine rote Brombeeren, sind jedoch weicher und klebriger.

Alternative zur Himbeere 

In puncto Ertrag und Pflege erweist sich die Japanische Weinbeere als gute Alternative zur Himbeere. Durch ihre natürliche Herkunft ist sie robuster gegenüber strengen Wintern, ebenso wie heißen Sommern. Eine einzelne Pflanze trägt sehr üppig und zählt zu den Selbstbefruchtern. Somit benötigen Sie für die Ausbildung von Früchten keine zweite Pflanze. Wenn Sie dennoch eine zweite Pflanze kultivieren möchten, wird dies den Ernteertrag um ein Vielfaches steigern.

Japanische Weinbeere

Robuster gegenüber Schädlingen 

In puncto Schädlingsbefall ist die Japanische Weinbeere den hierzulande wachsenden Beerensträuchern ebenfalls eine Nase voraus. Die meisten Fressfeinde werden durch ein klebriges Sekret abgehalten, welches die Pflanze selbst absondert. Weder Würmer noch Mehltau sind an der Japanischen Weinbeere zu finden. Bisher ist als einziger Schädling die Brombeergallmilbe bekannt, die durch einen Befall den Ertrag und den Geschmack der Früchte enorm einschränken kann. 

Einen solchen Befall können Sie vermeiden, indem Sie den Strauch im Herbst gut auslichten. Entfernen Sie außerdem sämtliche Fruchtmumien. Waren Ihre Pflanzen schon im Vorjahr befallen? Dann können Sie vorsorglich die neuen Austriebe im Frühjahr spritzen. Dafür können zugelassene Pflanzenschutzmittel auf Rapsölbasis verwendet werden. Diese finden sie bei uns im Handel. Eine Anwendung von reinem Rapsöl ist nicht erlaubt! Generell sollten Sie auf eine Austriebsspritzung verzichten, wenn kein Befall vorlag, da so auch Nützlinge geschädigt werden und der Befall von Weinbeeren eher selten vorkommt.

Bienenfreundliche Pflanze 

Übrigens freuen sich auch die hierzulande lebenden bestäubenden Insekten über die Japanische Weinbeere. Ihre Blüten locken besonders Bienen an und stecken voller Nektar und Nährstoffe. Somit ist der Strauch ein absoluter Gewinn für den bienenfreundlichen Garten! 

Japanische Weinbeere: 3 Tipps zu Anbau, Pflege und Ernte! 

Das Kultivieren der Japanischen Weinbeere ist nicht kompliziert. Die folgenden Tipps helfen Ihnen beim Anbau und der Pflege. Wenn Sie ein paar Grundregeln beachten, können Sie bald die leckeren Früchte ernten! 

Tipp 1: Pflanzung an einem vollsonnigen Standort 

Wählen Sie für Ihre Japanische Weinbeere einen vollsonnigen Standort mit neutralem bis kalkhaltigem Boden. Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 7,5 liegen. Die Basis des Strauchs darf ruhig ein wenig im Schatten liegen. Für die Ausreifung vieler Früchte benötigt der Rest des Strauchs jedoch viel Sonne. Verwenden Sie frisches Substrat mit einem Kies- oder Lehmanteil.

Sie können die Japanische Weinbeere am Spalier erziehen oder frei stehend. Wichtig bei einer frei stehenden Kultivierung: Der Strauch benötigt mindestens drei Meter Abstand zu anderen Pflanzen. Wählen Sie zur Pflanzung einen Zeitpunkt zwischen Oktober und April, an dem möglichst kein Frost herrscht. Übrigens: Erst ab dem zweiten Standjahr trägt die Japanische Weinbeere Früchte! 

Tipp 2: Viel Wasser und ein gründlicher Schnitt 

Besonders nach der Pflanzung und im Sommer benötigt die Japanische Weinbeere viel Wasser. Gießen Sie morgens und abends, damit sie ordentlich wächst und ausreichend Früchte bildet. Für einen guten Temperaturausgleich und um die Wasserverdunstung vom Boden aus einzudämmen, können Sie Laub und Grasschnitt als Mulch verwenden. Reichern Sie zuvor den Boden mit etwas Humus an. 

Geben Sie im Frühjahr etwas phosphat- und kaliumhaltigen Beerendünger sowie im Herbst eine gute Portion Kompost dazu. Grundsätzlich ist die Japanische Weinbeere vollkommen frosthart, jedoch benötigen Jungpflanzen im ersten Jahr einen Winterschutz aus Reisig oder Stroh. 

Wenn Sie die Pflanze an einem Spalier ziehen, leiten Sie die langen Ruten fächerförmig nach oben und fixieren Sie sie. Junge Ruten der Japanischen Weinbeere benötigen in der Regel eine Rankhilfe. Schneiden Sie die abgeernteten Triebe bodennah ab – sie sterben nach der Fruchtbildung ab und tragen nicht noch einmal. Lassen Sie junge Triebe für die Fruchtbildung im nächsten Jahr stehen, denn die Japanische Weinbeere trägt immer am vorjährigen Holz. Als guter Schnittzeitpunkt gilt: In milden Regionen schneiden Sie im Spätherbst, in winterkalten Regionen erst im Frühjahr vor dem nächsten Austrieb. 

Bei mehr als zehn Ruten pro laufendem Meter können Sie die schwächsten und stärksten ebenfalls bodennah entfernen. Kürzen Sie außerdem neue Ruten oberhalb der Rankhilfe ein, falls sie sehr lang werden. 

Wichtig: Verwenden Sie beim Schnitt und am besten auch bei der Ernte immer Handschuhe, da die Äste der Japanischen Weinbeere spitze Stacheln tragen!

Tipp 3: Ernte im Spätsommer 

Nach der Blütezeit zwischen Mai und Juni bildet die Japanische Weinbeere zwischen Juli und September zahlreiche aromatische Beeren. Diese sind kleiner als Himbeeren und Brombeeren, weisen einen sehr hohen Vitamin C-Gehalt auf und überraschen mit ihrem intensiven Aroma, das sich von den hierzulande heimischen Beeren stark unterscheidet. 

Die Beeren lassen sich wunderbar direkt vom Strauch naschen. Da die Japanische Weinbeere in einem ertragreichen Jahr jedoch bis zu vier Kilogramm Beeren tragen kann, empfiehlt sich die Weiterverwendung der Früchte. Verarbeiten Sie jedoch unbedingt frische Beeren, da ihnen lagern und einfrieren nicht gut bekommt. 

Besonders in Marmelade oder Gelee, aber auch in Gebäck entfalten die leckeren Beeren ihr fruchtiges Aroma. Als Saft passen sie ebenfalls zu einem gemütlichen Sommer-Frühstück im Garten.

Japanische Weinbeere: Der Anbau lohnt sich! 

Hierzulande werden Beerensträucher, wie die Himbeere oder die Brombeere, häufig von Schädlingen und Fressfeinden befallen. Nicht so die Japanische Weinbeere. Sie ist absolut robust und pflegeleicht, die meisten Schädlinge können ihr nichts anhaben! Darüber hinaus trägt sie sehr viele, leckere Früchte, die Sie direkt vom Strauch naschen oder beispielsweise für Marmelade verwenden können. 

Für eine Kultivierung benötigen Sie einen vollsonnigen Standort und eine häufige Wasserzufuhr, besonders im Sommer. Beim jährlichen Schnitt im Herbst oder zeitigen Frühjahr entfernen Sie nur die abgeernteten Triebe, da die jungen Triebe im nächsten Jahr Früchte tragen. 

Für den Anbau, die Pflege und den Schnitt Ihrer Pflanzen und Beerensträucher werden Sie im Gartencenter Mencke fündig. Wir bieten eine große Auswahl traumhafter Garten- und Obstgewächse und unterstützen Sie gerne bei der Kultivierung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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