Phalaenopsis richtig pflegen

Phalaenopsis – Der robuste und blühfreudige Exot fürs Fensterbrett

Egal, ob Orchideenzüchter, Liebhaber oder Neuling – die Phalaenopsis ist die bekannteste Orchidee schlechthin. Sie wollen eine Phalaenopsis kaufen und sich vorab informieren, was Sie bei der Orchideenpflege beachten müssen? Oder besitzen diesen traumhaften Exoten bereits und haben eine konkrete Frage? In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie einfach die Pflege dieser Pflanze sein kann und wie Sie Ihre Phalaenopsis sicher zur erneuten Blüte bringen!

Phalaenopsis – Ein kurzer Überblick zum Start

Besondere Züchtung Blüte

Die Phalaenopsis ist auch bekannt als Malaienblume, Schmetterlings- oder Nachtfalterorchidee. Ihre Blütenrispen sind so schön wie ein Schwarm tanzender Schmetterlinge. Sie taucht vor unserem inneren Auge auf, wenn wir das Wort Orchidee hören, obwohl es noch viele andere Orchideenarten gibt.

Schon gewusst? Die Phalaenopsis gehört zu den beliebtesten Zierpflanzen weltweit und hat es in unseren Breiten auf Platz 1 der meistverkauften Zimmerpflanzen gebracht. Und das aus gutem Grund! Denn sie ist an ein ganzjährig warmes Klima mit wenigen Temperaturschwankungen gewöhnt und eignet sich somit von allen Orchideen am besten für das Fensterbrett. Wir verkaufen diese Pflanze bei uns im Handel auch sehr gerne, da sie für Pflanzenanfänger eignet und eine wunderschöne, langlebige Blüte hat. Kommen Sie einfach bei uns vorbei und lassen Sie sich von unserer breiten Auswahl begeistern!

Woher stammt die Phalaenopsis?

Phalaenopsis, die sie im Gartencenter erwerben können, sind meist Hybriden, die durch Zucht an die Zimmerkultur angepasst wurden und nicht die Urformen, die das Klima der Tropenwälder Indiens, Indonesiens und Australiens, aber auch Neuguineas, Taiwans oder der Philippinen gewöhnt sind.

Mini Schmetterlingsorchidee

Wie sieht die Phalaenopsis aus?

Triebe und Wurzeln

Die Schmetterlingsorchidee gehört zu den monopodialen Orchideen, besitzt also eine Sprossachse und bildet keine Seitentriebe aus. Ihre Wurzeln sind sehr fleischig und kaum verzweigt. Sie werden, sofern sie sich im Licht befinden, blattgrün und können somit auch Photosynthese betreiben. Es handelt sich um Luftwurzeln, die nicht in normale Blumenerde umgetopft werden dürfen.

Blätter der Schmetterlingsorchidee

Die Blattanzahl variiert zwischen zwei und sechs und auch ihre Beschaffenheit, Farbe und Größe ist je nach Zucht unterschiedlich. Sie können sowohl ledrig als auch sehr fleischig sein und reichen farblich von hellgrün bis hin zu einem sehr dunklen Grün, können einfarbig, aber auch marmoriert sein.

Blüten so schön wie ein Schwarm Schmetterlinge

Blüten wie Schmetterlinge

Auch die Blüten der Schmetterlingsorchidee fallen unterschiedlich groß aus. Sie können sowohl sehr zart als auch wachsartig-fest sein. Phalaenopsisblüten hängen bogenförmig und changieren farblich zwischen weiß, pink, rosa, rot, lila, violett-blau und gelb. Es gibt auch königsblaue Varianten im Handel, diese werden jedoch künstlich durch Farbstoffe gefärbt und die Blüten der Pflanze sind eigentlich weiß. 

Phalaenopsisblüten sind zygomorph, was bedeutet, dass sie aus 2 spiegelgleichen Hälften bestehen.

Wann blüht die Phalaenopsis?

Gelebe Blüte mit roten Punkten

Die Blütezeit der Phalaenopsis liegt eigentlich zwischen Herbst und Frühjahr, viele Hybride sind jedoch so gezüchtet, dass die Schmetterlingsorchidee ganzjährig Blüten ausbildet. Das Schöne an ihrer Blüte ist, dass sie sich so lange hält. Wenn Sie sich also für diese Schönheit entscheiden, haben sie auch lange Freude an ihrer Blüte.

Der perfekte Standort: Wo steht die Nachtfalterorchidee am Besten?

Blüten wie Schmetterlinge

Die meisten Phalaenopsis-Hybride fühlen sich bei Zimmertemperatur – also 18 bis 20 Grad Celsius – wohl. Diese Temperatur darf nachts auch auf 16 Grad Celsius absinken. Sie benötigt eine recht hohe Luftfeuchtigkeit und sollte sowohl vor Zugluft als auch vor trockener Heizungsluft geschützt stehen. Zudem bevorzugt die Phalaenopsis einen hellen bis halbschattigen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Orchideenpflege Tipp: Eine Nachtabsenkung der Temperatur um etwa 4 Grad Celsius bekommt der Schmetterlingsorchidee besonders gut und fördert die Bildung von Blüten.

Welches Substrat verwendet man für Phalaenopsis?

In Orchideenerde fühlt sich Phalaenopsis am wohlsten, denn sie ist krümelig, locker und sehr durchlässig, da sie überwiegend aus Rinde und Kokosfasern besteht. Früher wurde Torf statt der Kokosfasern verwendet, da Torf jedoch wesentlich weniger nachhaltig ist als Kokosfasern und für die Orchideen keine größeren Vorteile bietet, empfehlen wir aus Gründen der Nachhaltigkeit Kokosfasern. Passende Erde können Sie bei uns im Gartencenter erwerben.

Der Orchideenerde kann zudem noch Kork zugesetzt werden. Auch Perlite und Vermiculite, die Spurenelemente speichern und langsam an die Orchidee abgeben oder Aktivkohle zum Binden schädlicher Stoffwechselprodukte können beigemischt werden. Wenden Sie sich gerne an unsere qualifizierten Mitarbeiter im Gartencenter Mencke, wenn Sie eine genauere Beratung wünschen.

Orchideenpflege Tipp: Wechseln Sie nicht zwischen Substraten! Wenn sich die Phalaenopsis einmal an ein Substrat gewöhnt hat, behalten Sie diese Mischung bei, um das Beste auf Ihrer Pflanze herauszuholen. Insofern empfiehlt sich eine Marken-Erde zu verwenden, die man zwei Jahre später genauso wieder erwerben kann.

Schmetterlingsorchideen umtopfen – worauf sollte man achten?

Richtig umtopfen

Phalaenopsis Orchideen sollten im Schnitt alle zwei Jahre einen neuen Topf und frisches Substrat bekommen. Es kann ganzjährig umgetopft werden, solange die Pflanze nicht blüht. Auch wenn schon Blütentriebe angesetzt sind, sollten Sie auf das Umtopfen verzichten, da diese leicht abbrechen.

  1. Gießen: Wässern Sie ihre Pflanze 1-2 Tage vor dem Umtopfen.
  2. Die Pflanze lösen: Kneten Sie den Topf und drehen Sie ihn leicht, während sie ganz sachte an der Pflanze ziehen. Wenn sich die Pflanze gar nicht lösen möchte, greifen Sie zur Schere und zerschneiden den Plastiktopf.
  3. Die Pflanze säubern: Zunächst sollte man beim Umtopfen das alte Substrat von den Wurzeln entfernen und diese kontrollieren. Faulende Wurzeln können mit einer sterilen und scharfen Klinge abgeschnitten werden. Orchideenpflege Tipp: Sterilisieren Sie die Klinge mit Brennspiritus oder Feuer, bevor Sie Ihre Pflanze damit schneiden.
  4. Topf vorbereiten: Füllen Sie Orchideenerde in den Topf, sodass nur der Boden knapp bedeckt ist. Für Phalaenopsis empfiehlt sich ein durchsichtiger Orchideentopf mit eingebauter Stufe gegen Staunässe, denn wie bei allen anderen Orchideen ist Staunässe extrem schädlich für die Phalaenopsis, zudem mag sie Licht an den Wurzeln.
    Tipp: Wählen Sie den Topf nicht zu groß, meist können Sie die gleiche Größe wiederverwenden.
  5. Pflanze einsetzen: Platzieren Sie die Schmetterlingsorchidee mittig in ihrem neuen Topf mit dem Wurzelhals in Höhe des Topfrandes und füllen Sie das Orchideensubstrat ein. Durch Rütteln sorgen Sie dafür, dass sich die Erde zwischen den Wurzeln verteilt. Kleinere, luftige Lücken sind kein Problem, da die Nachtfalterorchidee die Feuchtigkeit nicht aus der Erde, sondern aus der Luft zieht. Die Rindenstücke des Substrates müssen also nicht supereng liegen.
  6. Ruhephase: Gießen Sie sie nach dem Umtopfen keinesfalls an. Sie braucht etwa zwei bis zweieinhalb Wochen, ehe sie sich an ihren neuen Topf gewöhnt hat.

Nachtfalterorchideen gießen – so wird’s gemacht

Wie bereits gesagt, bei der Phalaenopsis muss Staunässe um jeden Preis vermieden werden. Daher empfiehlt es sich, Gießkannen mit einem schmalen Hals zu benutzen, um die Wassermenge leichter dosieren zu können. Überschüssiges Wasser sollte sofort aus dem Übertopf oder Untersetzer entfernt werden.

Noch besser ist es, anstatt zu gießen, alle zwei Wochen zu tauchen. Für ein solches Tauchbad stellt man die Schmetterlingsorchidee mitsamt Topf für etwa 10-20 min Minuten in eine Schüssel mit zimmerwarmem, kalkarmem Leitungs- oder Regenwasser. Danach wird das Wasser abgegossen und man lässt die Nachtfalterorchidee gründlich abtropfen, ehe man sie zurück in den Übertopf stellt.

Düngen: Wie düngt man Phalaenopsis am besten?

Phalaenopsis Orchideen werden am besten mit speziellem Orchideendünger gedüngt. Normaler Blumendünger ist in jedem Fall zu hoch dosiert, da Orchideen sehr genügsame Vertreter sind. Düngen Sie einfach mit dem Gießwasser/Tauchwasser. Es gilt: Weniger ist mehr! Meist reicht zweimal monatlich von März bis Oktober vollkommen aus. Außerhalb dieser Monate brauchen Sie nur düngen, wenn die Orchidee bereits Blütentriebe ansetzt oder schon in der Blüte ist.

Tipp: Das mit Dünger versetzte Tauchwasser nicht in den Ausguss gießen, sondern Balkon und Kübelpflanzen damit wässern!

Phalaenopsis schneiden – worauf muss man achten?

Blütenstängel schneiden

Blütenstängel schneiden

Generell gilt, Phalaenopsis lässt sich recht einfach schneiden und man kann nicht viel falsch machen. Vertrocknete Stängel können beispielsweise direkt am Ansatz abgeschnitten werden. Ein Blütenstängel, der noch grün und fleischig ist, kann bis auf das dritte Auge zurückgestutzt werden, dann treibt er oft noch einmal zu einer zweiten Blüte aus.

Blätter schneiden

Vertrocknete, schrumpelige alte Blätter, die ganz außen stehen, dürfen aus ästhetischen Gründen herausgelöst oder abgeschnitten werden. Schneiden Sie jedoch nie die jungen Blätter aus dem Herzen der Pflanze ab.

Wurzeln schneiden

Wurzeln schneiden

Auch grün-weißliche Wurzeln, die aus der Orchideenerde rauswachsen, sollten Sie immer stehen lassen. Die Pflanze nutzt sie zur Photosynthese sowie zum Filtern von Luftfeuchtigkeit. Ein Wurzelschnitt kann beim Umtopfen sinnvoll sein, um alte vertrocknete oder faulige Wurzeln zu entfernen.

Orchideenpflege Tipp: Schneidewerkzeuge immer sterilisieren, schon allein um eine Übertragung von beispielsweise Blattkrankheiten zwischen den Pflanzen zu verhindern.

Wie wird Phalaenopsis vermehrt?

Kindel Vermehrung

Nachtfalterorchideen werden vor allem durch Aussaat oder Kindel vermehrt. Die Aussaat ist jedoch recht kompliziert und daher nur für Spezialisten zu empfehlen, denn hier geht es vor allem um die Züchtung neuer Sorten. Doch auch als normaler Orchideenliebhaber muss man nicht auf die Vermehrung der eigenen Phalaenopsis verzichten, denn manchmal bilden Schmetterlingsorchideen am Blütenstandstiel neue Triebaugen aus, die man Kindel nennt. Diese Kindel können abgeschnitten und in neues Substrat gesetzt werden, wenn sie mindestens 2-3 kleine Wurzeln haben.

Das Abschneiden dieser Kindel vergrößert jedoch nicht nur die Anzahl der Orchideen auf ihrem Fensterbrett, sondern ist auch gut für die Ursprungspflanze und hält sie gesund.

Wie anfällig ist die Phalaenopsis für Schädlinge?

Tatsächlich ist die Phalaenopsis trotz ihrer exotischen Herkunft sehr robust und wenig anfällig für Schädlinge. Auf regelmäßige Kontrollen sollte dennoch nicht verzichtet werden, denn auch von anderen Zimmerpflanzen können Schädlinge auf die Schmetterlingsorchidee überspringen.

Befallen werden kann die Phalaenopsis von Schildläusen, Spinnmilben, Thripsen, Wollläusen, Schmierläusen, weißen Fliegen und Blattläusen. Auch Grauschimmelfäule kann auftreten. Besonders anfällig ist die Phalaenopsis, wenn sie zu feucht gehalten wird. Normalerweise ist sie, bei guter Pflege, eine sehr robuste Pflanze.

Sie brauchen Unterstützung bei der Orchideenpflege? Schauen Sie doch einmal hier vorbei, oder sprechen Sie uns einfach direkt an. Unsere qualifizierten Mitarbeiter im Gartencenter Mencke unterstützen Sie gerne bei der Pflege Ihrer Orchideen.

Phalaenopsis – kurz zusammengefasst:

Zusammenfassend lässt sich die Phalaenopsis als farbenfrohe Schönheit bezeichnen, die ihren weniger pflegeleichten Verwandten in Sachen Blühfreude und Farbvielfalt in nichts nachsteht. Sie ist jedoch deutlich robuster als die meisten anderen Orchideen und daher auch für unerfahrene Orchideenliebhaber zu empfehlen.

Garten-Dekotipps

Titelbild und Blütenbilder: © Mencke, Abgesehen von folgenden Bilder:  Bild Blütenstängel schneiden © Shutterstock von ForGaby, Bild Wurzeln schneiden © Shutterstock  von New Africa, Bild Orchidee umtopfen © Shutterstock von Marvelous World, Bild Blüten Nahaufnahme in gelb rot gepunktet © Shutterstock von planetzstudio, Bild  Blütenmeer Schwarm Schmetterlinge © Shutterstock von Nitiphonphat, Bild Blüten Weiß pink geädert © Shutterstock von ASGOLD, Bild Mini Orchideen © Shutterstock von znmystery, Bild Kindel © Shutterstock von Laboko