Trockenrasen für Sonnige Standorte

Trockenrasen – Rasen für sonnige Standorte und heiße Sommer

Egal ob Spielplatz, Garten oder Park – Grünflächen sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Aber Rasen ist nicht gleich Rasen! Trockenrasen, Sonnenrasen, Hitzerasen … wie findet man den perfekten Rasen für trockene Böden? All dies und unsere Tipps zum Säen finden Sie in diesem Beitrag.

Warum geht mein Rasen im Sommer ein?

Sattgrün soll er sein und dicht gewachsen, denn wer möchte schon einen Rasen haben, der wie ein löchriger Flickenteppich aussieht?

Rasen ist im Sommer täglich einer Vielzahl von Belastungen ausgesetzt:
Starke Sonneneinstrahlungen machen Ihrer Grünfläche ebenso zu schaffen wie spielende Kinder, Gartenliegen oder das Planschbecken. Zudem regnet es natürlich weniger und der Boden ist trocken. All das sind Stressfaktoren für Ihren Rasen.

Wenn Sie obendrein noch einen zu niedrig eingestellten Rasenmäher oder Rasenmähroboter haben, hat ihr Rasen keine Chance.

Aber tägliches wässern kostet viel Zeit und Geld. Und so richtig ökologisch ist das ja auch nicht… Gibt es eine sinnvolle Alternative?

Welcher Rasen braucht wenig Wasser?

Kein Rasen kommt komplett ohne Wasser aus und ist zu 100 % hitzebeständig. Wenn es im Sommer über Monate nicht regnet, müssen Sie wässern. Doch Rasen ist nicht gleich Rasen! Es gibt Sorten, die deutlich genügsamer sind und mit weniger Wasser auskommen.

Rollrasen oder Aussaat?

Ist Rollrasen qualitativ hochwertiger als selbst gesäter Rasen? Kommt er eventuell besser mit heißen Sommern aus? Nein, Rollrasen ist im ersten Moment weder besser noch schlechter als eine Aussaat. Der Vorteil von Rollrasen liegt nur in der Geschwindigkeit, denn er kommt fertig und ist sehr bald begehbar. Er ist also etwas für Ungeduldige.

Der Nachteil: Rollrasen ist deutlich teurer, weniger nachhaltig in der Produktion und oft nicht an den Standort bei Ihnen im Garten angepasst. Gerade für trockene, vollsonnige Standorte ist nicht jeder Rollrasen geeignet. Entscheidend sind die Grassorten, die in der Rasenmischung verwendet wurden – egal ob es sich um eine Aussaat oder einen Rollrasen handelt.

Die Lösung: Trockenrasen! Doch was ist das?

Hier ist Trockenrasen die richtige Lösung, denn seine Wurzeln ragen tiefer in die Erde und sind somit auch sehr lange in der Lage, Wasser aus dem Boden zu ziehen. Das spart nicht nur die Gärtnernerven, sondern auch Geld bei der Wasserrechnung und schont die Umwelt.

Diese Rasensaaten werden oft als Trockenrasen, Hitzerasen oder Sonnenrasen bezeichnet und sind nicht mit Kunstrasen zu verwechseln, der ein künstlicher Rasenersatz aus Plastik ist. Im Folgenden nennen wir Ihnen verschiedene Trockenrasenmischungen, die Sie wählen können.

Tipp: Zusätzlich macht es Sinn, den Rasen einmalig mit Mykorrhiza anzuimpfen – einem speziellen Düngerpilz, mit dem die Trockenheitstoleranz des Rasens dauerhaft erhöht werden kann. Mehr dazu unter dem Punkt “Weitere Tipps für einen sattgrünen Rasen im Sommer > die richtige Düngung” (s. u.).

Welcher Rasen ist am besten für trockene Böden oder sonnige Flächen?

barfuß laufen auf grünem Rasen

Egal ob sonniger oder halbschattiger Standort mit trockenem Boden:
Ein Trockenrasen mit tiefen Wurzeln ist die Lösung. Wie bereits beschrieben, handelt es sich um Rasensorten, die deutlich tiefer im Boden wurzeln als herkömmlicher Rasen. Sie bleiben länger grün und erholen sich nach einer Hitzephase auch schneller. Abgesehen davon setzen sich diese Rasensorten besser gegen Unkraut durch, da sie bei Trockenheit keine Schwäche zeigen und damit Moos und Wildpflanzen keine Lücken lassen.

Trockenrasenmischungen sind z. B.:

  1. Der Sonnige von Substral
  2. Sunny Green von Kiepenkerl
  3. Trockenrasen von Plantura
  4. Trockenrasen von Wolf-Garten
  5. Trocken-Rasen von Compo Saat

”Der Sonnige von Substral” ist eine besonders hitze- und trockenheitstolerante Rasenmischung

trockenrasensamenmsichung: der Sonnige von Substral

Wir führen bei uns im Gartencenter Mencke die Rasenmischung “Der Sonnige von Substral”. Eine sehr hochwertige Mischung robuster Rasensorten, die auf Golfplätzen, Grün- und Parkflächen weltweit eingesetzt wird und sich dort bereits bewährt hat.

Er kann bis zu 80 cm tief wurzeln (!) und ist damit ideal für trockene oder stark sonnige Standorte. Normale Grassorten wurzeln im Vergleich nur ca. 10-20 Zentimeter tief. Er eignet sich zudem gut für private Gärten, da er sehr strapazierfähig ist. Wie eigentlich jeder Rasen ist er für Haus- und Gartentiere unbedenklich und eignet sich auch für Rasenmähroboter.

Dies sind jedoch nicht die einzigen Vorteile dieses Produktes.

Um die Menge des benötigten Saatguts zu reduzieren und trotzdem einen dichten Rasen zu erhalten, sind die einzelnen Rasensamen mit einer Hülle ummantelt:

Die darin enthaltenen Nähr- und Hüllstoffe fördern nicht nur die Entwicklung des Keimlings, sondern erhöhen auch die Streufähigkeit.

Außerdem macht diese grüne Umhüllung die Saat weniger attraktiv für Vögel. Dies jedoch ganz im Sinne des Naturschutzes, ohne schädlich für sie zu sein. Somit muss weniger Saatgut verteilt werden, um das gleiche, dichte Ergebnis von z. B. Billigsamenmischungen zu erzielen.

Weitere Tipps für einen sattgrünen Rasen im Sommer

schöner grüner Rasen

1. Die richtige Düngung

Oft sieht Rasen im Sommer nicht so schön grün aus wie im Frühjahr. Das kann daran liegen, dass…

a) … ihr Rasen in der Hitze verdorrt.

b) … die Sonne ihn ausbleicht.

a) Im ersten Fall empfehlen wir den Azet Rasendünger von Neudorff mit Mycco Vital. Dieser enthält neben Mikroorganismen den Düngerpilz Mykorrhiza, mit dem die Rasenfläche angeimpft wird. Mykorrhizapilze unterstützen den Rasen bei Trockenheit und Nährstoffmangel.

Keine Sorge, Sie haben danach keine Pilze im Gras wachsen. Es handelt sich um ein unterirdisches Pilzgeflecht, welches eine Symbiose mit Ihren Rasenpflanzen bildet. Es sorgt für eine höhere Trockenheitstoleranz der Pflanzen und versorgt sie mit Nährstoffen. Der Vorteil: Mykorrhiza-Pilze müssen in der Regel nur einmal aufgebracht werden und wirken dann dauerhaft im Boden.

b) Diesem Problem können Sie entgegenwirken, indem Sie zu einer speziellen Sommerdüngung greifen. Wir führen einen organisch-mineralischen Dünger von Cuxin, der die grüne Färbung des Rasens fördert und einem Ausbleichen entgegenwirkt. Neben organischen Nährstoffen enthält er Magnesium und Eisen, diese sorgen für den tiefgrünen Farbeffekt des Rasens.

2. Regelmäßig und nicht zu kurz mähen!

richtig mähen im Sommer

Die häufigste Ursache für ein Absterben des Rasens ist ein zu kurzer Radikal-Schnitt. Klar, wenn man seltener mähen möchte, liegt der Gedanke nahe, tiefer zu schneiden. Der Rasen wird also hoch stehen gelassen und dann radikal gestutzt.

Dieses Vorgehen schadet Ihrem Rasen vor allem in Trockenzeiten. Zum einen leiden die Wurzeln, da sie plötzlich von direkter Sonneneinstrahlung betroffen sind. Zum anderen muss kurz gemähtes Gras viel Energie für das erneute Wachstum aufwenden. Kleine Seitentriebe und Ableger, die den Rasen dichter machen, sterben aufgrund des Stressfaktors ab. Das fördert Moose und Unkraut.

Ja, regelmäßiges Mähen nervt, aber es ist gerade im Sommer wirklich sinnvoll. Rasenmähroboter können Abhilfe schaffen, wenn man selbst nicht die Zeit aufbringen kann. Doch hier ist Vorsicht beim Kauf geboten: Viele Roboter lassen sich nicht vernünftig in der Schnitthöhe regulieren und sind damit schädlich für den Rasen. Eine Schnitthöhe von 4 cm ist im Sommer optimal.

Prinzipiell sind Mulchmäher (egal ob Rasenmähroboter, Rasenmäher mit Mulchkit oder Spindelrasenmäher) keine schlechte Wahl, denn die Mulchschicht aus Rasenschnitt verringert die Verdunstung und aktiviert das Bodenleben. Achten Sie beim Kauf auf die Einstellmöglichkeit der Schnitthöhe und wählen Sie gerade im Sommer die empfohlenen 4 cm.

3. Bei extremer Hitze richtig wässern

Auch Trockenrasen kann nicht zaubern. Bei lang anhaltenden Trockenzeiten sind selbst die tiefen Bodenschichten ausgetrocknet, dann verdorren die Gräser. Grundsätzlich ist Trockenrasen sehr hart im Nehmen. Er regeneriert sich auch nach einer gewissen Zeit wieder. Es bleibt aber natürlich nicht aus, dass der er darunter leidet, lückig wird und Schaden nimmt.

Sie sollten also nicht komplett auf die Bewässerung verzichten. WICHTIG: Warten Sie nicht bis es zu spät ist und die Gräser schon vertrocknet sind.

Um nachhaltig mit ihrem Geldbeutel und der Umwelt umzugehen, raten wir zu folgendem Vorgehen:

Nachts oder in den frühen Morgenstunden ist die beste Zeit für die Bewässerung, denn dann verdunstet am wenigsten Wasser. Auf jeden Fall sollten Sie vermeiden, in der Mittagszeit zu wässern. Gießt man die Wiese, wenn die Sonne vom Himmel knallt, entsteht durch die Wassertropfen ein Lupeneffekt, der die Grashalme verbrennen kann.

Ein weiterer Fehler sind zu geringe Wassermengen, die den Boden nur oberflächlich benetzen. Wenn Sie Wasser oder Zeit sparen möchten, wässern lieber seltener, dafür durchdringend. Der Boden muss gut durchfeuchtet sein.

Weitere Tipps zur Rasenpflege haben wir für Sie in diesem Beitrag zusammengefasst.

Trockenrasen säen – so wird’s gemacht!

Mit der Aussaat und Vorbereitung legen Sie den Grundstein für den Erfolg des gesamten Unterfangens. Wenn Sie hier Zeit und Aufwand investieren, rechnet sich das langfristig für Sie. Denn nur so kann Ihr Trockenrasen die nötige Wurzeltiefe und Widerstandskraft aufbauen, die es später für eine pflegeleichte, hitzeresistente Grünfläche braucht.

Schritt 1: Den richtigen Zeitpunkt wählen

Will man einen Rasen anpflanzen, ist es zunächst einmal wichtig auf die passende Bodentemperatur zu achten, denn nichts schadet jungen Rasenkeimlingen so sehr, wie eine zu kalte Umgebung.

Die Bodentemperatur sollte 8° C nicht unterschreiten. Meist ist dies ab Ende April bis Oktober gegeben.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, warten Sie die Eisheiligen im Mai ab, bevor Sie mit der Aussaat beginnen. Der Mai ist der perfekte Monat, da er in der Regel nicht zu kalt aber auch noch nicht so heiß ist. Denn 80 cm tiefe Wurzeln hat Ihr Trockenrasen natürlich noch nicht von Anfang an. Alternativ empfehlen wir im Frühherbst den September, der ähnliche Bedingungen bietet.

Schritt 2: Boden vorbereiten und Bodenverbesserung

Zur Vorbereitung sollten Sie zunächst den Boden lockern sowie gründlich von Unkraut, Wurzelresten, Pflanzenteilen und Steinen befreien.

Um Ihrem neuen Rasen die besten Start-Chancen zu geben, empfehlen wir den Boden mit Preta Boden Aktivator und Azet Rasendünger (Produkte der Firma Neudorff) zu verbessern. Beide sorgen für ein gesundes Bodenleben mit Mikroorganismen. Letzterer erhöht die Trockenheitstoleranz ihres Rasens bei einmaliger Anwendung dauerhaft (s. o. Abschnitt: Weitere Tipps für einen sattgrünen Rasen im Sommer > Die richtige Düngung). Arbeiten Sie die Produkte in den Boden ein.

Es leuchtet ein, dass Ihr Rasen länger grün bleibt, wenn der Boden bei Regen die natürliche Feuchtigkeit gut aufnimmt. Sandiger Boden kann die Feuchtigkeit nicht halten, während lehmiger Boden sie nach langer Trockenheit gar nicht erst richtig aufnimmt. Wenn Sie einen dieser Bodentypen haben, sollten Sie zusätzlich gesiebten Kompost oder Rasenerde untermengen.

Dann sollte die Fläche geebnet und mit einem Krümler oder einem Rechen bearbeitet werden. Entstehenden Unebenheiten können Sie mit einem langen Brett finden und ausgleichen. Alternativ hilft es ungemein, wenn man eine Rasenwalze im Baumarkt ausleiht und über die Fläche geht, so sind Hügel und Kuhlen besser zu erkennen.

Die vorbereitete Fläche darf nun in etwa eine Woche Zeit bekommen, um sich zu setzen und zu verdichten. Bei Trockenheit sollten Sie lieber 2-3 Wochen warten, denn Regen hilft beim Verdichten.

Schritt 3: Trockenrasen aussäen

Ist diese Wartezeit verstrichen, kann das Saatgut ausgebracht werden.

Beim Säen kommt es besonders auf die gleichmäßige Verteilung der Rasensaat an. Die genaue Mengenempfehlung finden Sie auf der Packungsanleitung. Es empfiehlt sich, eine Streuhilfe oder einen Streuwagen zu nutzen. Vielleicht haben Sie oder ein netter Nachbar bereits ein Gerät zur Hand.

Ansonsten können Sie natürlich auch mit etwas Übung aus der Hand streuen oder die passenden Gerätschaften bei uns erwerben. Diese Streuhilfen können später auch für Düngungen und Kalken verwendet werden. Generell gilt es zudem darauf zu achten, dass Sie die Saat nicht überdosieren. Auf der Verpackung finden Sie die genaue Dosiermenge pro m2.

Sind die Rasensamen gleichmäßig verteilt, werden sie mit einem Rechen einmal längs und einmal quer in den Boden eingearbeitet. Das muss nicht tief sein ca. 0,5 – 1 cm.

Schritt 3: Abwarten und wässern

Nun gilt es schließlich sich in Geduld zu üben, denn das Austreiben der Saat dauert etwa zwei bis drei Wochen. Hochwertige Rasensamen-Mischungen wachsen meist etwas langsamer als Billigmischungen, bringen aber das bessere Endergebnis.

In dieser Zeit ist es besonders wichtig, die Aussaat einmal täglich gründlich zu wässern und die Keimlinge feucht zu halten, denn sie hatten noch keinerlei Gelegenheit, ihre später so nützlichen tiefen und festen Wurzeln auszubilden.

Warum dieser Punkt so wichtig ist:

Die Wurzeln wachsen nicht 80 cm in die Tiefe, wenn dort kein Wasser ist. Wenn Sie also  jetzt mit dem Wasser geizen, werden Sie einen Rasen mit kurzen Wurzeln bekommen. Achten Sie in den ersten 5 Monaten darauf, dass der junge Rasen immer gut mit Wasser versorgt ist. Versprochen: Sie sparen das verwendete Wasser in den kommenden Jahren locker wieder ein.

Schritt 4: Erstes Mähen und Begehbarkeit

Begehen Sie den neuen Rasen bis zum ersten Mähen nicht. Ist der Rasen dann einmal gut angewachsen, stellt sich die Frage nach dem ersten Schnitt. Dieser sollte frühestens dann erfolgen, wenn der Rasen eine durchgehende Höhe von 8 bis 10 Zentimeter erreicht hat. Ist dies der Fall, kann er gekürzt werden, man sollte ihn aber in der Anfangszeit (ca. 2 Monate) möglichst nicht unter 5 Zentimeter zurechtstutzen.

Sie wollen mehr zur Pflege Ihres Rasens erfahren? Dann schauen Sie doch gerne einmal in diesen Beitrag oder Fragen Sie bei Ihrem nächsten Besuch im Gartencenter Mencke unsere Mitarbeiter.

grüner rasen bei Sonne und Sommer

Der Trockenrasen – unser Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass ein guter Rasen nicht unbedingt viel Arbeit erfordert, um besonders schön zu sein. Ganz ohne Pflege geht es aber leider auch nicht. Gerade in der Anfangszeit werden Sie Arbeit investieren müssen.

Unser Liebling von Substral ist ein Allroundtalent in Sachen Hitzebeständigkeit und Trockenheitsresistenz. Er bringt eine Menge Vorteile mit sich und schont zudem nicht nur die Umwelt, sondern auch ab dem zweiten Jahr Ihren Geldbeutel. Für uns also rundherum eine gute Wahl in Sachen Trockenrasen.

Titelbild mit Sonnenstuhl ©  Collage aus Pixabay-Bildern von Mikes-Photography und Mabel Amber, Barfuß über den Rasen laufen © Jörg ManegoldBELLANDRIS_SAGAFLOR_AG, Der Sonnige von Substral © Frauke Heßler Mencke, Vergleich Rasen gelb und Rasen grün > Collage aus Bildern von unsplash, Rasenmäher © Daniel Watson on Unsplash, Bild sonnenschirm auf Rasen © Collage aus Unsplash-Bildern von Jason Dent und Vinicius “amnx” Amano