Sträucher mit Pollen und Nektar: Diese Pflanzen bieten Bienen Nahrung
Welche Sträucher locken Schmetterlinge und Bienen an? Welche von ihnen sind immergrün oder blühen besonders schön? Was macht euren Garten zu einem Landeplatz für Insekten? Und warum benötigen Wildbienen so dringend unsere Hilfe? Das alles und eine Liste an Sträuchern, die wertvoll für Insekten sind, findet ihr in unserem Beitrag.
Bienenfreundliche Sträucher – was macht sie besonders?
Dennoch gibt es Sorten, die bei Insekten und Bienen besonders hoch im Kurs stehen. Diese sind eine gute Wahl, denn sie sind nicht nur wunderschön – sie summen auch im wahrsten Sinne des Wortes.
Besonders empfehlenswert sind übrigens heimische Sträucher (Arten, die in Mitteleuropa von Natur aus vorkommen, ohne dass der Mensch sie eingeführt hat), denn diese sind für einige wählerische Wildbienenarten die einzige Nahrungsquelle. Bienen werden grundsätzlich nach ihrer Lebensweise eingeteilt. Das heißt, man unterscheidet zwischen:
- kollektiv lebenden Bienen wie Honigbienen und Hummeln (ja, auch Hummeln gehören der Bienenfamilie an)
- Solitärbienen wie Wildbienen, die größtenteils ein Einsiedlerleben führen, jedoch auch Ausnahmen für Schlaf- und Brutgemeinschaften machen
- Kuckucksbienen als trickreichen Einzelgängern, die fremde Brut für die Aufzucht ihrer Nachkömmlinge nutzen – ähnlich wie der berühmte Vogel. Auch wenn sie weniger bekannt sind, machen Kuckucksbienen etwa 20% aller Bienenarten in Deutschland aus.
Zudem sind diese Pflanzen auf unsere klimatischen Gegebenheiten angepasst, was sie besonders robust und unkompliziert in der Pflege macht. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Die meisten von ihnen sind Wildobstgehölze und dienen gleichzeitig auch als Vogelschutz- und Vogelnährgehölze.
MENCKE-TIPP: Im Idealfall pflanzt man mehrere Sorten mit unterschiedlichen Blütezeiten, sodass die kleinen Summsebrumms das ganze Jahr über versorgt sind. Davon profitiert natürlich auch das Gärtnerherz, denn man hat von Frühling bis Herbst immer wieder tolle Blüten im Garten.
Wir bieten euch im Folgenden eine spannende Pflanzliste. Wir freuen uns aber auch, wenn ihr vor Ort bei uns im Gartencenter vorbeikommt und euch beraten lasst! Dann können wir euch weitere Tipps im Bezug auf den richtigen Standort und die passende Pflege geben. Wir beraten euch gerne und stellen euch auf Wunsch z. B. auch eine schöne blühende Hecke zusammen.
Eine Liste an Sträuchern, die Bienen gerne anfliegen
1. Frühblühende Sträucher als Nektar- und Pollenquelle für Bienen
Kornelkirsche:Standort: sonnig bis halbschattig
Blütezeit: März- April
Höhe: 6 bis 8 Meter
Besonderheiten: Blüht vor dem Blattaustrieb und liefert früh im Jahr Nektar und Pollen für Bienen und andere Insekten; die Früchte dienen Vögeln als Nahrung (Vogelnährgehölz) und sind essbar (Wildobst)
Einfach gefüllte Zierkirsche:
Standort: sonnig bis halbschattig
Blütezeit: März bis April
(Wuchs-) Höhe: bis zu 1 Meter
Tipp: Hier sind vor allem die Sorten ‘Kojo-no-mai’ und ‘Paean’ zu empfehlen. Mehr dazu in unserem Beitrag zur japanischen Zierkirsche. Die einfach gefüllte Zierkirsche blüht von März bis April und bietet Bienen in dieser frühen Zeit Nektar und Pollen. Bei einfach gefüllten Blüten sind die Staubblätter noch gut erreichbar, anders als bei stark gefüllten Sorten. Das ist der entscheidende Punkt für die Bienenfreundlichkeit.
2. Spätblühende Sträucher, die Bienen mögen
Strauchefeu:Standort: halbschattig bis schattig
Blütezeit: September bis Oktober
(Wuchs-) Höhe: 1,5 bis 2 Meter
Besonderheiten: Der Strauchefeu blüht im September und Oktober und bietet Bienen und anderen Insekten Nektar und Pollen, wenn das Angebot im Garten schon knapp wird. Immergrünes Vogelnährgehölz, beliebt bei Schmetterlingen wie z. B. Admiral
Standort: sonnig bis halbschattig
Blütezeit: August bis September
(Wuchs-) Höhe: bis zu 30 Meter
Besonderheiten: Duftende Blätter und Blüten und schöne Herbstfärbung. Der Honigbaum blüht von August bis September. Seine duftenden Blüten bieten Bienen Nektar und Pollen, wenn viele andere Gehölze schon verblüht sind.
3. Besonders schön blühende Sträucher, die bei Bienen beliebt sind
Ungefüllter falscher Jasmin:Standort: sonnig bis absonnig
Blütezeit: Juni bis Juli
(Wuchs-) Höhe:1,5 bis 3 Meter
Besonderheiten: toller, jasminartiger Duft, sehr schnittfest. Der Falsche Jasmin blüht von Juni bis Juli. Seine offenen Blüten duften intensiv und bieten Bienen und anderen Insekten Nektar und Pollen.
Standort: sonnig
Blütezeit: Juni bis Oktober
(Wuchs-) Höhe: bis 1,2 Meter
Besonderheiten: Wildrosen haben einfache, offene Blüten, bei denen Bienen, Hummeln und andere Insekten leicht an Pollen kommen. Wildrosen bilden keinen Nektar, sie sind vor allem Pollenspender. Die lange Blütezeit macht sie zu einer verlässlichen Futterquelle über viele Wochen. Duftend und Vogelnähr- und Vogelschutzgehölz
Standort: sonnig
Blütezeit: Mai bis Juli
(Wuchs-) Höhe: bis zu 1 Meter
Besonderheiten: anspruchslos, lange Blütezeit. Der Fingerstrauch blüht von Mai bis Juli und bietet Bienen, Hummeln und Schwebfliegen mit seinen offenen, schalenförmigen Blüten Zugang zu Pollen und Nektar. Die lange Blütezeit sorgt über mehrere Wochen für ein Angebot.
Standort: sonnig bis halbschattig
Blütezeit: Juli bis September
(Wuchs-) Höhe: 1,5 bis 2 Meter
Besonderheiten: Besonders ausgefallene, exotische Blüten. Der Garteneibisch blüht von Juli bis September. Seine großen, offenen Blüten sind für Bienen und Hummeln gut zugänglich und bieten Nektar und Pollen.
Standort: sonnig bis halbschattig
Blütezeit: März bis April
(Wuchs-)Höhe: 0,8 bis 1,2 Meter
Besonderheiten: Fruchtschmuck, Wildobst. Die Zierquitte blüht von März bis April und bietet Bienen und Hummeln früh im Jahr Nektar und Pollen. Ihre offenen, schalenförmigen Blüten sind gut zugänglich.
Standort: halbschattig bis schattig
Blütezeit: April bis Mai
(Wuchs-)Höhe: 0,8 bis 1,2 Meter
Besonderheiten: Immergrün, Wildobst und Vogelnährgehölz. Die Mahonie blüht von April bis Mai und bietet Bienen, Hummeln und anderen Insekten mit ihren gelben, duftenden Blütentrauben Nektar und Pollen. Sie blüht damit im Frühjahr, wenn das Angebot noch überschaubar ist.
Standort: halbschattig
Blütezeit: März bis April
(Wuchs-)Höhe: 0,8 Meter Wächst eher breit als hoch
Besonderheiten: Immergrün, die roten Knospen schmücken schon ab Herbst den Strauch. Die Skimmia blüht von März bis April und bietet Bienen, Hummeln und anderen Insekten mit ihren kleinen, duftenden Blüten Nektar und Pollen, wenn im Halbschatten sonst noch wenig blüht.
Ihr möchtet noch mehr tun? 10 kurze Tipps für Euren insektenfreundlichen Garten:
2. Auch mit einjährigen Pflanzen in Euren Balkonkästen könnt Ihr Insekten Nahrung anbieten. Schaut doch einmal in unserem Beitrag zu bienenfreundlichen Balkonpflanzen nach.
3. Achtet beim Kauf von Stauden auf ungefüllte Blüten und auf Hinweise zur Insektenfreundlichkeit.
4. Kleine Gartenpannen kennt jeder: Blühender Lauch oder blühende Zwiebeln, geschossener Salat, Kohl oder blühender Basilikum sind im Garten nichts Ungewöhnliches. Ärgert Euch nicht, denn Insekten und Bienen besuchen diese Blüten.
5. Trockenmauern und Kräuterspiralen können Wildbienen Unterschlupf und Nistmöglichkeiten bieten.
6. Viele Insekten nutzen Totholz als Unterschlupf und zum Nisten. Egal, ob es der Stamm eines alten Obstbaumes ist oder eine Totholzecke am Ende des Gartens, Insekten und Bienen können es als Behausung nutzen.
7. Wer hätte es gedacht? Auch Wasser kann im Garten für Insekten hilfreich sein. Egal, ob es ein kleiner Teich oder eine flache Insektentränke ist, Insekten können dort trinken. Achtet bei Kindern im Haushalt bitte auf eine sichere Gestaltung.
8. Insekten und Bienen besuchen auch “Unkräuter” wie Taubnesseln und Scharbockskraut. Sollte es eine Stelle im Garten geben, an der sie Euch nicht so sehr stören, lasst sie gern für die Insekten und Bienen stehen.
9. Nisthilfen und Insektenhotels, egal ob DIY oder gekauft, können Wildbienen als Unterkunft dienen. Achtet dabei auf eine sorgfältige Bauweise oder geprüfte Produkte.
10. Verzichtet wenn möglich auf chemische Pflanzenschutzmittel, denn einige davon schädigen nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge wie Wildbienen in Eurem Garten.
Zum Abschluss haben wir noch ein bisschen Hintergrundwissen für Euch parat:
Wichtige Fakten zum Bienenschutz
Lasst uns gemeinsam auf Entdeckungstour gehen und schauen, was Bienen in Eurem Garten brauchen:
Die Probleme der Wildbienen
- Begrenztes Nahrungsangebot: Wildbienen sind auf Nektar und Pollen bestimmter Pflanzen angewiesen. Wo Blühpflanzen fehlen, kann das Nahrungsangebot knapp werden. Wissenschaftliche Stellen nennen unter anderem den Rückgang von Wildkräutern in intensiv genutzten Landschaften als einen möglichen Faktor. Auch die Nutzung der Blüten durch Honigbienen wird als mögliche Konkurrenz diskutiert.
- Witterung: Länger anhaltende nasskalte Phasen während der Flugzeit können es Wildbienen erschweren, Nahrung zu finden und ihre Brut zu versorgen. Auch sehr trockene Sommer können das Blütenangebot verringern.
- Fehlende Nistplätze: Viele Wildbienen nisten in offenen Sand- und Lehmflächen, an Böschungen, ruhigen Waldrändern oder in Totholz. Solche Strukturen sind in vielen Gegenden seltener geworden. Sehr aufgeräumte Gärten, Schotterflächen und versiegelte Flächen bieten ihnen wenig Nistmöglichkeiten.
Was können wir also tun, um Wildbienen zu unterstützen? Schon kleine Schritte im eigenen Garten können helfen.
Schon kleine Schritte im eigenen Garten geben Bienen und anderen Insekten mehr Nahrung und Unterschlupf.
Sträucher sind dafür eine gute Grundlage. Für jeden Garten ist etwas dabei: stark oder dezent duftend, zierlich oder groß, immergrün oder mit üppiger Blüte. Achtet bei der Auswahl bitte auf einfach blühende Sorten, denn bei stark gefüllten Blüten kommen Insekten kaum an Nektar und Pollen.
NOCH FRAGEN?
Als lokales, familiengeführtes Gartencenter in Wuppertal/Sprockhövel können wir leider keine deutschlandweite telefonische oder schriftliche Beratung per E-Mail leisten.
Wenn Ihr aus der Umgebung kommt, besucht uns einfach:
MENCKE Gartencenter
Schmiedestr. 33
45549 Sprockhövel
Quellen zu Nachhaltigkeitsaussagen in diesem Text:
www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-eine-nachhaltige-regenwassernutzung#wie-sie-mit-regenwasser-ihren-garten-umweltbewusst-nutzen
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/grundlagen/klimagarten/26024.html
https://blog.naturimgarten.at/beitrag/regenwasser-clever-nutzen-2.html
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